Dürfen Hunde Birkenzucker (Xylit) fressen?

Nein, Hunde dürfen auf keinen Fall Birkenzucker – auch Xylit oder Xucker genannt – fressen. Was für Menschen eine kalorienarme Art des Süßens ist und darüber hinaus noch positive Eigenschaften bei der Zahnpflege haben kann, ist für Hunde extrem giftig. Selbst kleine Mengen – beispielsweise ein Keks, der mit Xylit gebacken wurde – können je nach Größe des Hundes lebensbedrohlich sein.

Was ist Birkenzucker?

Birkenzucker ist ein Zuckeraustauschstoff und zählt zu den Trendprodukten unserer Zeit. Er gilt als natürliche und kalorienarme Alternative zum handelsüblichen Haushaltszucker. Seinen Namen erhielt er, weil er ursprünglich aus Birkenrinde gewonnen wurde. Birkenzucker – oder besser gesagt Xylit – wird inzwischen jedoch auch aus Stroh, Getreidekleie oder Maisspindeln gewonnen.

Xylit sieht dem herkömmlichen Haushaltszucker ähnlich, gleicht ihm auch in der Süßkraft und schmeckt leicht minzig. Die Zuckeralternative wird in der Industrie vor allem für die Produktion von Kaugummi und Zahnpasta verwendet, da Xylit unter anderem Karies vorbeugen soll. Außerdem findet Birkenzucker immer Verwendung in Privathaushalten und wird in Marmeladen und beim Backen eingesetzt.

Während sich der Körper des Menschen relativ schnell an diesen Zuckeraustauschstoff gewöhnt, wirkt er bei Hunden stark toxisch und kann nicht nur zu schweren Vergiftungen, sondern sogar zum Tod führen.

Birkenzucker ist für Hunde giftig

Viele Hundebesitzer*innen wissen leider nicht, dass Birkenzucker bzw. Xylit für Vierbeiner reines Gift ist. Schon der Genuss von wenigen Gramm – beispielsweise in Süßigkeiten, Kuchen oder Kaugummi – kann zu Vergiftungserscheinungen führen.

Ein Gramm Birkenzucker pro Kilogramm Körpergewicht reicht aus, dass erste Symptome einer Vergiftung auftreten. Eine Dosis von etwa drei Gramm pro Kilogramm Körpergewicht gilt bereits als tödlich. So genügen bei einem Hund mit einem Körpergewicht von 20 Kilogramm bereits zwei Stück Kaugummi, um ihn in eine lebensbedrohliche Lage zu bringen.

Die Ursache dafür ist, dass Xylit bei Hunden zu einer starken Ausschüttung von Insulin führt, die einen gefährlichen Abfall des Blutzuckerspiegels (Hypoglykämie) nach sich zieht. Folgen können darüber hinaus auch schwere Leberschäden und Leberversagen sowie Gerinnungsstörungen oder Magen- und Darmblutungen sein.

Symptome einer Birkenzucker-Vergiftung

Hat Ihr Hund etwas gefressen, in dem Birkenzucker enthalten ist, zeigen sich die ersten Symptome in der Regel schon nach wenigen Minuten. Dazu zählen Erbrechen, Krämpfe, plötzliche Schwächeanfälle sowie Koordinations- und Kreislaufprobleme.

Was tun bei einer Birkenzucker-Vergiftung?

Wie erwähnt, stellen sich die ersten Symptome einer Vergiftung mit Birkenzucker bereits nach sehr kurzer Zeit ein. Je schneller jedoch Gegenmaßnahmen ergriffen werden, umso höher ist die Chance, dass Ihr Hund die Vergiftung ohne Schäden übersteht.

Fahren Sie bei Verdacht auf eine solche Xylit-Vergiftung sofort zu Ihrem Tierarzt oder in die nächste Tierklinik. Je nach Schweregrad der Vergiftung wird medikamentös dafür gesorgt, dass Ihr Hund erbrechen kann. Außerdem wird in der Regel intravenös eine Zuckerlösung verabreicht, damit sich der Blutzuckerspiegel wieder erholen kann. Sollte die Anfahrt zum Tierarzt länger dauern, geben Sie Ihrem Hund unterwegs bereits etwas Zuckerwasser oder Honig.

Welche Zuckerersatzstoffe sind für Hunde unbedenklich?

Neben Xylit gibt es weitere Zuckeraustauschstoffe wie beispielsweise Erythrit und Stevia. Beide Produkte gelten für Hunde als unbedenklich, da sie keinen Einfluss auf den Blutzucker- und Insulinspiegel nehmen. Aber als artgerechte und gesunde Hundenahrung dienen auch diese Zutaten nicht.

Zucker im Hundefutter

Obwohl Hunde im Rahmen einer gesunden Ernährung keinen Zucker benötigen, ist das Süßungsmittel in vielen Produkten enthalten. Denn ähnlich wie beim Menschen sorgt Zucker im Futter dafür, dass es Ihrem Hund einfach besser schmeckt oder es gar besser riecht. Auch die Farbe des Futters wird durch Karamell und andere zuckerhaltige Zutaten optimiert, sodass Halterin und Halter besonders überzeugt sind von dem toll aussehenden Hundefutter.

Es ist allerdings meistens nicht ganz einfach, den Zuckergehalt in einem Hundefutter herauszufinden. Denn Zucker kann viele Namen haben und sich so gut in einer Zutatenliste verstecken – dazu zählen beispielsweise Fruktose, Glucose und Melasse. Auch hinter den Bestandteilen „Molkerei- und Bäckereierzeugnisse“ kann sich Zucker verbergen. Achten Sie daher auch aus diesem Grund auf eine transparente Deklaration bei Ihrem Hundefutter. In unserem Hundefutter Test haben wir viele gute Hundefutter getestet. Vielleicht ist auch Ihr aktuelles oder Ihr nächstes Futter dabei?

Fazit zum Thema Birkenzucker für Hunde
Produkte mit Birkenzucker bzw. Xylit sind grundsätzlich tabu für Ihren Hund. Wenn Sie selbst nicht auf Zuckeraustauschstoffe verzichten möchten, entscheiden Sie sich bitte für ein anderes Produkt. Sicherlich hilft Ihnen auch Ihr Tierarzt weiter, wenn Sie unsicher sind, welches Produkt Sie verwenden können, ohne Ihrem Hund bei kleinen Diebstählen ungewollt Schaden zuzufügen.
Tierfutter Wiki